Bützen ist harmloses Küssen im Karneval. Man gibt beim "Bützen" jemandem ein "Bützje", das heisst, man herzt diese Person, gibt ihr ein Küsschen auf die Wange und drückt so seine positiven Gefühle gegenüber dieser Person aus. In der Regel geschieht dies im Kreise feiernder Freunde. Es ist durchaus akzeptiert, dass ein Mann einer fremden Frau ein "Bützje" auf die Wange drücken darf, übrigens auch dann, wenn seine eigene Partnerin dabei ist; sie bekommt ja auch das eine oder andere "Bützje". Eifersucht ist hier nämlich fehl am Platze, schließlich ist man sich einig in Köln, dass es sich mit dem Bütze um eine völlig harmlose Form der körperlichen Annäherung handelt.
Knutschen oder intimes Küssen bis hin zu körperlicher Intimität hingegen ist nicht Bützen. Genau darum ranken sich aber viele sagenhafte Geschichten. Die meisten davon werden von Imis erzählt, also von Nicht-Kölnern, die die Kölsche Lebensart zu imitieren versuchen. Vielen solcher Erzählungen ist gemein, dass das Bützen hier als regelhafte Vorstufe eines dann folgenden Intimkontakts beschrieben wird. Quasi als Freifahrschein für körperliche, ungehemmte Annäherung und Liebe. Das aber ist Humbug.
Jedes echte "Kölsche Mädsche" weiss, was "bütze" ist und wie ein "Bützje" auszusehen hat. Ein harmloses Bützje, im beiderseitigen Einverständnis auf die Wange gedrückt, nimmt ein "Kölsches Mädsche" gern an. Gerade männliche Imis machen aber den Fehler, ein "Kölsches Mädsche" mit ihrer Küsswütigkeit zu überrumpeln und erreichen damit das genaue Gegenteil einer Annäherung: Falsch durchgeführtes und intimes Bütze führt meistens zu völligem sozialen Ausschluss, gesellschaftlicher Ächtung und Isolation bis hin zur Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.
Deshalb gilt: Beim Bütze immer höflich und anständig bleiben. Das, zumindest konkludent hinreichende, Einverständnis der oder des Gebützten ist immer zwingend erforderlich.
Es kann ja sein, dass sich im Laufe einer karnevalistischen Veranstaltung herausstellt, dass auch die Gebützte bzw. der Gebützte Interesse an einem findet und man sich vielleicht wiedersehen möchte. Keinesfalls entstehen beim Bützen aber irgendwelche, wie auch immer gearteten, Ansprüche gegenüber dieser Person. Weder auf weiteres Bützen noch auf ein Wiedersehen noch auf sonst irgendetwas. Im Gegenteil: Gebützt wird viel und oft und überall und jeder Jeck ist anders und frei, sich bütze zo losse von wem sie oder er es will.
Und falls sich daraus ein intimeres Abenteuer ergeben sollte, auf das sich beide Bützenden unbedingt einlassen möchten, so ist das eben reiner Zufall. Und je nachdem, was sich daraus entwickelt, kann es auch großes Glück werden.
Aber mit einem etwaigen Kölner Karneval hat das so absolut von überhaupt gar nichts und noch viel weniger etwas zu tun.
Fairerweise soll an dieser Stelle jedoch heuchelfrei und in Anbetracht der ernsten Gefahr einer etwaigen Doppelmoral darauf hingewiesen sein, dass "es" erfahrungsgemäß trotzdem immer wieder und gehäuft im Karneval passiert und dass jeglicher ungeschützt durchgeführte Geschlechtskontakt bekanntermassen schwere ansteckende Krankheiten nach sich ziehen kann. AIDS, Syphillis und Tripper sind nur einige gefährliche Infektionskrankheiten, vor denen man sich durch das Verwenden von Kondomen aber durchaus schützen kann. Es sei deshalb jedem Imi und Kölner bzw. jeder Imi-Frau und Kölnerin, der oder die auf Geschlechtsverkehr mit Bekanntschaften im Kölner Karneval nicht verzichten will, herzlich und unverblümt angeraten, während der tollen Tage ausreichend viele Kondome mit sich zu führen - und im Fall der Fälle auch zur Bedingung für eine intime Begegnung zu machen. Die Kondome sollte man sich ggf. frühzeitig in einer Drogerie, einem Supermarkt oder einer Aptheke kaufen, weil das einfach sicherer ist als aus dem Automaten, denn diese können ausfallen oder im Zweifelsfall ein, zwei Meter zu weit entfernt aufgestellt sein.
Selbst wenn man diese Kondome nicht selbst an den tollen Tagen verwendet, kann man vielleicht einem Bekannten oder einer Bekannten, der oder die sich gerade in ein Abenteuer stürzt, damit das Leben retten.
Und nicht vergessen: Bütze bleibt Bütze. Auch wenn es nicht immer dabei bleibt.
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