Samstag und Sonntag

Funkenbiwak, Geisterzug, Schull- und Veedelszöch

Am Samstag geht man morgens zum Funkenbiwak: Es handelt sich um eine Freiluftsitzung auf dem Neumarkt, die von der Karnevalsgesellschaft „Kölsche Funke rut-wiess vun 1823 e. V.“ organisiert wird. Man kauft sich dort eine Funkenstange (Bierglas) für 5 Euro, wenn man "Kölsch satt" für diese Veranstaltung haben möchte.

Am Nachmittag starten vielerorts die „Veedelszöch“, die Karnevalszüge der Kölner Stadtviertel. Die guckt man sich zusammen mit seinen Nachbarn an. Man trifft dort Else vom Einkaufen, Tina, die Bäckerin aus der Bäckerei gegenüber oder Franz, den Schuhmachermeister aus der Parallelstraße.

Am Samstagabend kann man sich den Geisterzug angucken gehen oder selber mitmachen. Es handelt es sich um einen alternativen Umzug, der seit 1991 wieder regelmäßig in Köln stattfindet. Er geht aus einer politischen Demonstration hervor, 1991 war eine Anti-Golfkriegs-Demonstration in Köln geplant, die sich letztlich zu einem gemeinsamem Umzug von Demonstranten und Karnevalisten entwickelte. Dies wurde in den Folgejahren fortgesetzt. Wie gesagt, kann man hier selbst im Zug mitgehen, wenn man möchte. Auch spontan und ohne vorherige Anmeldung ist das kein Problem. Gemeinsam mit tausenden weiterer alternativer Jecken zieht man dann als Geist oder dunkle Gestalt durch die Straßen der Kölner Innenstadt. Fahrzeuge können an diesem Zug nicht teilnehmen und es ist auch keine elektrische Musik erwünscht. Beim Zug herrscht durchaus eine etwas unheimliche, schaurige Atmosphäre.

Am Sonntag sind die „Schull- und Veedelszöch“ Pflichtprogramm - insbesondere, wenn man als Eltern seine Pänz dort mitgehen hat. Man muss dann ja gucken, wie die Kleinen im Zug mitgehen, der so lange in der Schule vorbereitet wurde, und natürlich freut man sich insbesondere als Mama, wenn man ein "Strüßjer" vom eigenen Panz bekommt. Der Zug setzt sich aber nicht nur aus Schulkindern und Lehrern, sondern genauso aus Vereinen, Stammtischen und sonstigen Gesellschaften aus dem jeweiligen Stadtviertel (vgl.: Veedelszoch) zusammen, in dem der Zug stattfindet. Übrigens: Drei Gruppen, die am Sonntag hier mitgehen, sind auch am Montag beim großen Rosenmontagszug dabei.

Beim Zugucken schunkelt man sich dann am Straßenrand mit den Nachbarn warm und dem Fäßchen Kölsch, das immer irgendwer auf einem Bollerwägelchen dabei hat. Viele Kölner aus der Nachbarschaft sind bei diesen Umzügen als Zuschauer dabei, die in relativ familiärer Atmosphäre - verglichen mit Rosenmontag - stattfinden.

Abends wird auch in Kneipen und Brauhäusern gefeiert, allerdings in der Regel nicht ganz so exzessiv und ausdauernd wie am Donnerstag. Denn es kommt ja noch mehr. Und da muss man mit seinen Kräften haushalten.

Kurz: Samstag Funkenbiwak, später Umzüge in einzelnen Stadtvierteln, abends Geisterzug. Sonntag Schull- und Veedelszöch angucken, der Weg ist derselbe wie beim Rosenmontagszug. Abends zum Beispiel ins Unkelbach.

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